Pia Thimon
Die göttlichen Komödien
Theater-Reise in 12 Folgen zu den Mythen der Welt
„Erste Aufgabe einer mythischen Dimension — ob als Mythos oder mythisches Ritual, Sakralgesang oder Zeremonialtanz — ist es, im Individuum ein Gefühl der Ehrfurcht, des Staunens und des Einbezogenseins in das unerforschliche Rätsel des Lebens zu wecken.“
Joseph Campbell
12 Theaterstücke über Mythen aus 12 verschiedenen Kulturen lassen 12 Welten in all ihrer bunten Vielseitigkeit entstehen und laden ein zu einer Reise zu den Ursprüngen, den Träumen, den Freuden und Ängsten der Menschen: Geschichten von der Entstehung der Welt, der Erschaffung der Menschen, der Dualität der Geschlechter, vom Tod und dem was danach kommt- und das in 12 Variationen.
Seit Urzeiten im lebendigen Erzählen vorgetragen, ausgemalt und weitergegeben, in Ritualen und Zeremonien stilisiert, stellen Mythen die Urform des Theaters dar. Anknüpfend an diese uralte Tradition des Geschichtenerzählens, schaffen wir mit modernen Theatermitteln eine Kunstform, in der das Erzählen der Mythen mit dem lebendigen Spiel verschmolzen ist. Den Einstieg in diese so anderen und so unterschiedlichen Welten erleichtert jeweils eine Geschichte des Alltags, eine Situation, aus der heraus es zum Erzählen der Geschichten kommt: Erzählen gegen die Einsamkeit, zur Rettung des eigenen Lebens, zur Entscheidungsfindung, gegen das Vergessen, zur Beruhigung, zur Verführung etc. Geschichten der Menschen, derb, komisch, grausam und tief ergreifend mit ihrer je eigenen ganz besonderen Poesie. Die von dem oder den Schauspielern geschaffenen Bilder stehen in ihrer Eindrücklichkeit im Vordergrund. Den atmosphärischen Hintergrund bildet nicht zuletzt die Musik der Kulturen.
Vom geographisch und kulturell Naheliegenden ausgehend, reisen wir auf diese Art rund um die Erde und machen an exemplarisch ausgewählten Plätzen Station. Mythen unterschiedlichster kultureller Entwicklungsstufen kommen zu Wort und auf die Bühne: von ganz ursprünglichen zu hoch entwickelten Gesellschaftsformen. Die unermessliche Fülle an Geschichten und Material erfordert eine Auswahl, die bemüht ist, das Besondere der jeweiligen Kulturen herauszuarbeiten und die theatralisch ergiebigen Kleinodien präsentiert.
Eine Theaterreihe, die über den eigenen Tellerrand hinausführt, die bunte Vielheit offenbart, Toleranz für andere Weltbilder und Philosophien schafft, dazu anregt, eigene Muster zu hinterfragen, sich zunächst fremd Erscheinendem zu öffnen. Und die gleichzeitig das allen Menschen gemeinsame Bedürfnis nach Antwort auf die Fragen des woher, wohin, warum offenbart.
Gespielt werden DIE GÖTTLICHEN KOMÖDIEN im gesamten deutschsprachigen Raum, wobei das auf Mobilität angelegte Bühnenbild auch Auftritte in theaterunspezifischen Räumen erlaubt.
Die Spielart
Mythen, die uralten Geschichten der Menschen sind in ihrer Urform erzählt oder gespielt (als Ritual und Zeremonie) die Urform des Theaters.
Vom Märchenerzähler lebendig vorgetragen, finden sich schon das Spiel der Maske und der Verwandlung darin, die komische Umsetzung des Tragischen, der Spaß an der Illusion, bei dem sich auch das Publikum auf das Spiel einlässt, und das Zeigen innerer Vorgänge.
An diese Tradition des Märchenerzählens knüpfen wir an und schaffen mit modernen Theatermitteln eine Kunstform, in der das Erzählen der Mythen mit dem lebendigen Spiel verschmolzen ist.
Als roter Faden , an dem sich das Publikum in die ferne versunkene Wirklichkeit dieser Mythen langtasten kann zieht sich durch jedes Stück ein kleiner Alltag: eine Frau kocht um ihr Leben, ein Mann erfährt eine Berufung, die er nicht will,
ein Paar hat Streit und wird handgreiflich..Situationen, die zum Erzählen führen - gegen die Einsamkeit und das Vergessen, zur Verführung , Beruhigung oder Lebensrettung.
Atmosphärisch eingerahmt sind die Abende von der traditionellen Musik der Kulturen.
Die Vorstellungen können mit einfachen technischen Mitteln auch in Räumen, die nicht für Theater eingerichtet sind, präsentiert werden.
Technisches und Finanzielles
Die Grundbühne, für jedes Stück spielerisch modifiziert, ist ein silbernes Halbzelt , das variabel aufzubauen ist. Die Bühnengrundfläche sollte nicht kleiner als 5 x 3 m sein.
Für Licht und Ton reicht eine einfache Grundausstattung.
Die Preise der einzelnen Veranstaltungen nach Vereinbarung.
1. Teil
Nordischer Sagenkreis
ES WAR EIN KÖNIG IN THULE
Ein Mann purzelt auf die Bühne: König Gylfi, der mit seinen Fragen Wahlhall auf den Kopf gestellt hat. Nun fliegt er raus, landet auf der Erde — auf der Bühne — und versteht die Welt nicht mehr. Wo ist er hier und wie war es nun wirklich? Hat Odin ihn vor sich zitiert und ihn nach vielerlei dann vor die Tür gesetzt? Er hört Stimmen und Klänge, erlebt noch einmal, was ihm gerade geschehen ist, um endlich die Wahrheit herauszufinden: Gylfi Quellmund, der Narrenkönig, der Fremde in diesem fremden Land. Doch er versucht Freundschaft zu schließen und lässt das Publikum teilhaben an seinen Geschichten und der Reise nach Asgard.
Lieder kenn ich, die kennt die Königin nicht und keines Menschen Kind...
Dauer: 100 Minuten mit Pause
Skript/Regie: Pia Thimon
Musik: Barbara Gescher
König Gylfi: Pia Thimon
Uraufführung 1992 im Teatro Humboldt, Caracas, Venezuela, seither gespielt in Santiago, Quito, Berlin, Köln, Valdivia, Sao Paulo uva.
Pressestimmen zu "Es war ein König in Thule":
"... Von Anfang an geht es darum, eine Geschichte zu erzählen. Die dramatischen Mittel sind sparsam. Pia Thimon, der König Warum, trägt ein Gewand wie aus fließendem Metall, das mit wenigen Gesten zum immer neuen Kostüm wird. Wenn sie auftritt als Mensch, der sich plötzlich in der Zeit der Götter wiederfindet... erinnert sie... an die Gesichter in Fritz Langs legendärer Verfilmung des Nibelungenliedes...
Locker und anschaulich Darstellung und Geschehen... So gelingt es, sich in die... fremd wirkende Sagenwelt einzufühlen.
"Es war ein König in Thule" rückt einen zeitlosen Stoff ins Zentrum ohne sich von der einstigen Vereinnahmung durch die Nazis oder die heutige esoterische Szene irritieren zu lassen."
(Kölner Rundschau zu "Es war ein Köng in Thule")
Deutsche Zeitung, Sao Paulo, Brasilien
Conception, Chile
Quito, Ecuador2. Teil
Keltischer Sagenkreis
DIE INSEL DER SELIGEN
Eine Frau kommt auf die Bühne. Macha Erin. Einst war sie eine Göttin, groß und mächtig wie das Land Erin (Irland) dann war sie eine Zauberin und heute, so scheint es , ist sie nur noch eine alte Frau. Sie ist auf der Suche nach Tuan, einem alten Freund, den sie im Traum vor einem Zelt sitzen sah.
Begleitet wird sie von Dot, einem Goblin, der auch bessere Zeiten gesehen hat.
Grün sind sich Dot, der Waldschrat und Macha von der grünen Insel nicht.
Wenn sie nicht gerade streiten, erzählen sie sich und dem Publikum von den alten Zeiten als Irland noch Erin und sie noch Götter waren. Oder sind sie es noch und haben sich bloß verkleidet?
Dauer: 100 Minuten
Musik: Anuna
2 D Macha:, eine Göttin und Dot, ein Waldschrat
Das Mythenprojekt
1 Es war ein König in Thule
Nordischer Sagenkreis
2 Die Insel der Seligen
Keltische Mythen
3 Zauberer im schlafenden Land
Sibirische Schamanen
4 Die Kürbiskinder
Chinesische Mythen
5 Maui Tikiti — Wundertäter und Clan
Polynesische Mythen
6 Traumpfade der Menschen
Australische Mythen
7 Die goldene Schaukel
Indische Mythen
8 Die Nachtreise der Sonne
Ägyptische Mythen
9 Wen ein Gott reitet, der tanzt
Westafrikanische Mythen
10 Die gefiederte Schlange
Maya-Mythen
11 Das Haus der Dämmerung
Indianermythen Nordamerikas
12 Der Schneewanderer
Eskimo-Mythen